Verein zur Förderung sehgeschädigter Kinder und Jugendlicher in Schleswig-Holstein e.V.

Das Kurshaus des LFS

In der Kursarbeit des Landesförderzentrum Sehen, Schleswig (LFS) werden den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern neben der Beratung und Unterstützung vor Ort spezielle Fertigkeiten vermittelt und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und zur Auseinandersetzung mit der Behinderung geboten.

Aufgaben und Ziele des Vereins

Der Verein hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Bildung und soziale Eingliederung von Kindern und Jugendlichen mit Sehbehinderung und Blindheit sowie schulische und soziale Maßnahmen, die diesem Ziel dienen, zu fördern.

Dies hat von Beginn an zu einer engen Verzahnung des Vereins mit dem LFS geführt. Dabei konzentriert sich der Verein auf die Unterstützung und Durchführung von Gruppen- und Einzelmaßnahmen, die die physische, psychische, kognitive und soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen fördern und deren Kosten nicht von anderen Trägern übernommen werden.

Abgeleitet aus den o.a. Kernzielen unterstützt der Verein:

  • die Förderung der selbständigen Lebensführung der Kinder bereits im Rahmen der Frühförderung bis zur Beendigung der Berufsausbildung
  • die Unterstützung einzelner Kinder und Jugendlicher bei individuellen Problemen
  • die Einrichtung und Fortführung von Selbsthilfegruppen, z.B. im Rahmen von Eltern-Kind-Treffen, Elternkreisen und Ehemaligentreffen
  • die Integration von Kindern und Jugendlichen in Schule, Berufsleben und Gesellschaft im Rahmen von Projekten
  • die Maßnahmen des LFS durch die finanzielle Unterstützung bei der Hilfsmittelausstattung (PCs, Bildschirmlesegeräte), Lehr- und Lernmittelausstattung, z.B. im Rahmen der Kursarbeit
  • den Erhalt des Kurshauses in Schleswig zur Durchführung von Kursen, Seminaren, Workshops etc.
  • die Aufklärung der Öffentlichkeit über Belange von Menschen mit Sehschädigungen.

Unsere Entstehungsgeschichte

nach Dr. Peter Appelhans

Erinnerungen an die Gründung des Vereins zur Förderung sehgeschädigter Kinder und Jugendlicher in Schleswig-Holstein e. V.

Am 20. April 1982 war die Staatliche Schule für Sehbehinderte – so hieß sie damals – von der Landesregierung gegründet worden. Am 1. August 1983 nahmen sieben Lehrkräfte, die alle Sehbehindertenpädagoginnen oder –pädagogen waren, die Arbeit der mobilen Unterstützung und Beratung auf.

Unter den Lehrkräften bestand Einigkeit, dass die Arbeit der Schule ohne einen Verein nur schwer denkbar wäre. Dafür gab es vor allem zwei Gründe:

Zum einen kann ein Verein die Arbeit der Schule ideell und finanziell fördern. Er kann Ziele und Arbeitsweise der nach einem neuartigen Konzept arbeitenden Schule im Lande bekannt machen, insbesondere bei Eltern mit sehgeschädigten Kindern. Er kann Geld einwerben über Beiträge und Spenden und die Arbeit der Schule in den Bereichen unterstützen, die nicht mit Haushaltsmitteln der Landesregierung finanziert werden können. Zum anderen kann der Verein zumindest einen Teil der Aufgaben übernehmen, die in anderen Schulen die Eltern in der Schulkonferenz wahrnehmen, nämlich die Arbeit der Schule kritisch oder ermunternd begleiten.

Es fanden sich noch im Jahre 1983 Eltern, die bereit waren Ämter zu übernehmen. Eine Satzung wurde vorbereitet, die sich an diejenige der „Vereinigung der Freunde blinder Kinder e. V.“ in Hamburg anlehnte.

Und so waren die Voraussetzungen gegeben, dass eine Gründungsversammlung einberufen werden konnte. Sie fand am 9. November 1983 statt. Die Anwesenden – es waren Eltern und Lehrkräfte der Schule für Sehbehinderte – billigten die Satzung und den Namen des Vereins, der bis heute nicht geändert worden ist, und wählten den ersten Vorstand. Ihm gehörten an:

  • Frau Ursula Sturm aus Klausdorf als Vorsitzende
  • Herr Norbert Holst aus Klausdorf als stellvertretender Vorsitzender
  • Herr Kurt-Harro Janshen aus Neuwittenbek als Schriftführer
  • Frau Karin Mordhorst aus Surendorf als Kassenwartin
  • Frau Ursula Stange aus Glücksburg
  • Frau Monika Neubauer aus Büdelsdorf
  • Herr Uwe Körner aus Tönning als Beisitzer

Als Geschäftsführer wurde der Leiter der Schule für Sehbehinderte, Dr. Peter Appelhans benannt.

Am 21. November 1983 besuchten die beiden Vorsitzenden und der Geschäftsführer den Notar Hornig um die Eintragung in das Vereinsregister vorzubereiten. Die Eintragung erfolgte am 7. März 1984.

Der neue Vorstand steckte voller Energie und Tatkraft. Um zu erfahren, was man denn alles tun könne, wurde ein Treffen des Vorstandes mit dem Vorstand der „Vereinigung der Freunde blinder Kinder e. V. in Hamburg“ verabredet, das am 24. Januar 1984 stattfand. Unmittelbar nach der Gründungsversammlung wurden Elterngesprächskreise ins Leben gerufen, von denen einige mehrere Jahre existierten. Im Mai erschien die erste Ausgabe des Informationsblattes des Vereins „Die Sehschärfe“. Bis 1987 wurden vier Ausgaben an die Mitglieder versandt, die von Vereinsaktivitäten und dem Leben der Einrichtung berichteten.

Sehr bald entschloss sich der Verein, dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) beizutreten, in dem sehr viele Vereine und Einrichtungen zusammengeschlossen sind, die zum Wohle von Menschen mit Behinderungen arbeiten. Ein Freistellungsbescheid des Finanzamtes für Körperschaften wurde beantragt und ausgefertigt. Damit war die Gemeinnützigkeit des Vereins bestätigt, und es konnten Spenden eingeworben werden, z. B. bei Gerichten, die Straffälligen Bußen auferlegen, die sie gemeinnützigen Organisationen zukommen lassen.

Im Laufe der Jahre hat es verschiedene Vorstände gegeben, die die Arbeit der Einrichtung konstruktiv begleitet haben. Der größte Erfolg des Vereins war zweifellos die Aktion zur Rettung des Kurshauses, das nach Plänen der Landesregierung nicht renoviert, sondern durch eine Gruppe im Internat der Schule für Hörgeschädigte ersetzt werden sollte. Unter dem Vorsitz von Helmut Sternberg konnten die notwendigen mehr als 300.000 DM von kleinen und großen privaten Sponsoren eingeworben werden.

Eine Aktion des Vereins hat sich bis heute nicht verändert: Der Vorstand  und die Lehrkräfte des LFS veranstalten jedes Jahr für sehgeschädigte Kinder, deren Eltern und Freunde ein Sommerfest. In den ersten Jahren fand es in Schleswig statt, inzwischen an wechselnden Orten.

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